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Kein Sport bei Erkältung

Kein Sport bei Erkältung


Ausdauersport ist gesund und stärkt das Herz. Doch bei einer Grippe sollten Sportler unbedingt pausieren. Wer erkältet ist und trotzdem trainiert, riskiert eine Herzmuskelentzündung, die so genannte Myokarditis, die tödlich enden kann.

Ein leichter Schnupfen muss nicht gleich das Trainings-Aus bedeuten. Eine Grippe sollte hingegen ordentlich auskuriert werden. Schon bei einer gewöhnlichen Erkältung muss der Körper auf Hochtouren arbeiten. Wer sich in dieser Phase sportlich betätigt, belastet seinen Körper zusätzlich und schwächt das Immunsystem: Viren können sich leicht bis zum Herz verbreiten und dem Herzmuskel nachhaltig schaden. Ein großes gesundheitliches Risiko besteht bei einer vorschnellen Wiederbelastung. Wichtig ist, den Körper nicht gleich zu überfordern und ihn genau zu beobachten. Rast der Puls nach kurzer Zeit und fühlt man sich schnell erschöpft, kann das ein Hinweis auf eine Herzfunktionsstörung sein. Spitzensportler sollten nach einer Grippe sogar bis zu vier Wochen an keinem Wettkampf teilnehmen.

Die Herzmuskelentzündung tritt häufiger auf als man denkt, bleibt von Betroffenen aber oft unbemerkt, weil sich die Symptome nur schwer von den Beschwerden der Erkältung unterscheiden. Hinweise auf eine Myokarditis können starke Müdigkeit, Herz-Rhythmusstörungen, hohe Pulswerte oder Brustschmerzen sein. Auch Beschwerden, die nach einer Grippe bei sportlichen Aktivitäten neu auftreten oder sich verstärken, müssen ernst genommen und durch einen Spezialisten abgeklärt werden. Das Risiko einer Herzmuskelentzündung tragen alle Menschen, ab 35 Jahre sei dieses aber erhöht.

Tatsächlich bleibt die Herzmuskelentzündung oft unentdeckt, denn auch für den Arzt ist sie nur schwer feststellbar. Einen Hinweis auf Veränderungen am Herzmuskel bieten Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomographie zusammen mit Blutuntersuchungen und EKG. Einen sicheren Nachweis liefert die Probenentnahme mit Virusnachweis im Herzmuskelgewebe. Fällt diese positiv aus,  empfehlen die meisten medizinischen Fachgesellschaften sechs Monate Schonzeit mit begleitender, medikamentöser Therapie. Erst wenn nach einer weiteren Probenentnahme kein Virus mehr nachgewiesen wird, erfolgt wieder die Erlaubnis zum Sport.