Sie erreichen uns unter +49 (0) 421 432 55 5 oder info@cardiohb.com

Herzschrittmacher

Herzschrittmacher

Herzschrittmacher

Das Herz ist ein hoch komplexes Organ, das von einem inneren Taktgeber, dem sog. Sinusknoten, angetrieben wird. Durch eine besondere Art der Reizleitung- und -ausbreitung erfasst die Erregung das gesamte Herz und koordiniert insbesondere seine Herzkammern, was eine perfekte Pumpenwirkung ermöglicht. Ist jedoch der Taktgeber oder die Erregungsleitung gestört oder gar unterbrochen, kann dies zu leichten bis schwerwiegenden Symptomen führen (Luftnot, Leistungsknick, Schwindel, Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod). Hier hilft ein Herzschrittmacher. Die Schrittmachertherapie führt bei vielen Menschen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und ist in beiden Fällen sogar lebensverlängernd.

Die heutigen Schrittmacher weisen Funktionen auf, die die natürlichen (physiologischen) Anforderungen des Körpers sehr gut nachempfinden. Derzeit existieren über 100 verschiedene Schrittmachermodelle, so dass es je nach Krankheitsbild unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Das circa 30 Gramm leichte Schrittmacheraggregat wird im Brustbereich unterhalb des Schlüsselbeins implantiert – beim Rechtshänder gerne links und umgekehrt. Die Verbindung mit dem Herzmuskel erfolgt mit einer, zwei oder drei Sonden, die durch Blutgefäße in das Herz geführt werden. Dieser Eingriff dauert etwa eine Stunde und erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung. Wir planen für gewöhnlich zwei Krankenhaustage (eine Übernachtung), in der auch eine erste Aggregatprogrammierung erfolgt, wobei der Schrittmacher auf den spezifischen Rhythmus des Patienten angepasst wird. Die Fäden werden nach etwa zehn Tagen entfernt. Die Länge der entstehenden Schnittnarbe beträgt wenige Zentimeter.

Die Batterie moderner Geräte hält häufig acht Jahre, wobei die Batterielaufzeit von der Schrittmacherpflichtigkeit (Häufigkeit der Schrittmacheraktionen) abhängt. Vor Ende der Batterielaufzeit wird das Schrittmacheraggregat in einem kurzen Eingriff ausgewechselt und die Elektroden in der Regel belassen.

Die Resynchronisationstherapie (CRT; mittels Dreikammerschrittmacher) ist eine besondere Weiterentwicklung der Schrittmachertherapie. Sie dient Patienten mit bereits medikamentös behandelter Herzschwäche und bestimmten EKG-Kriterien (Schenkelblock). Über zwei Schrittmachersonden im rechten Herzen und einer dritten Sonde im Bereich der linken Herzkammer kann das Herz speziell stimuliert und so resynchronisiert werden, womit eine Verbesserung der Herzpumpfunktion herbeigeführt werden kann. So kann in vielen Fällen die durch eine Herzmuskelschwäche verursachte Luftnot verringert und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden.

Grundsätzlich erfolgt vor einer Schrittmacherimplantation eine detaillierte Aufklärung durch den behandelnden Kardiologen über Indikation (Grund und Notwendigkeit) des Eingriffs, die Durchführung, Zugangswege u. Komplikationsspektrum – anhand eines entsprechenden Aufklärungsbogens, der durch die aufklärenden ärztlichen Kollegen handschriftlich ergänzt wird. Nach erfolgter Aufklärung muss dieses Formblatt sowohl durch den/die Patient(in) als auch die/den aufklärende(n) Arzt(in) datiert unterzeichnet werden.. Außerdem notwendig sind bestimmte Voruntersuchungen (inkl. EKG, ggf. Lz-EKG, laborchemische Bestimmungen von Blutbild, Nieren- und ggf. Gerinnungswerten etc.) vorgenommen. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten außerdem ein Informationsblatt für den Krankenhausaufenthalt. Das OP-Zentrum der Praxis für die Schrittmachertherapie ist am Klinikum Delmenhorst, Wildeshauser Str. 92 in 27753 Delmenhorst.