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Stentimplantation

Stentimplantation

Stentimplantation

Vor Einführung von Stents erfolgte die PTCA im Bereich von Gefäßverengungen (Stenosen) ausschließlich durch Ballonerweiterung. Dabei lag die Rate der Wiederverengung im koronaren Interventionsbereich sehr hoch. Mit der Einführung der Stentimplantation konnte die Wiederverengungsrate deutlich gesenkt werden. Daher ist der Standard bei Gefäßintervention heute die Gefäßstabilisierung durch einen Stent. Bei einem Stent handelt es sich in der Regel um eine aus Edelstahl gefertigte flexible Gefäßstütze, die wir über einen Ballonkatheter mit hohem Druck in die Gefäßwand einbringen.

Zu unterscheiden sind dabei medikamentös beschichtete Stents (Drug eluting stents, DES) von herkömmlichen Metallstents (bare metal stent, BMS). Die einfachen Metallstents zeigen eine Wiederverengungsrate von (in Studien) bis zu 30 %. Andererseits wächst der einfache Metallstent zügig in die Gefäßwand ein, so dass sich die gerinnungshemmende Medikation nach spätestens vier Wochen auf ASS reduzieren lässt. Bei den modernen beschichteten Stents dauert dieser Einheilungsprozess mehrere Monate, so dass diese Patienten in der Regel sechs Monate ohne Unterbrechung zusätzlich zu ASS einen zweiten Gerinnungshemmer, einen sog. P2Y12-Inhibitor (Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel), einnehmen müssen. Der Vorteil der beschichteten Stents ist, dass sie in der Regel ein Leben lang offen bleiben. Der Nachteil ist, dass im Fall einer Unterbrechung dieser medikamentösen Gerinnungshemmung, auch nach Monaten ein plötzlicher Stentverschluss mit potentiell tödlichem Herzinfarkt droht.
Die Anwendung selbstauflösender Gefäßstützen (Scaffolds) ist aufgrund einer aktuell noch unklaren Datenlage problematisch.

Unter lokaler Betäubung legen wir zunächst einen arteriellen Zugang im Bereich des Handgelenkes, der Leiste oder der Armbeuge – die sog. Schleuse. Über diese Schleuse gelangen wir mit einem sog. Führungskatheter an das betreffende Herzkranzgefäß, das wir unter Röntgendurchleuchtung mit jodhaltigem Kontrastmittel darstellen. Dann sondieren wir mit einem Führungsdraht das verengte Koronargefäß. Über den Führungsdraht wird – häufig nach vorangegangener Ballonerweiterung des Gefäßes – der Stent in den Zielbereich vorgeschoben. Seine Positionierung lässt sich auf dem Computerbildschirm exakt kontrollieren. Ist der Stent richtig positioniert, wird er mittels Ballondilatation unter hohem Druck implantiert und drückt die Kalkablagerungen in die Gefäßwand, um im Interventionsbereich auch langfristig ein gutes Verlaufsergebnis zu sichern.

Nach erfolgreicher Intervention entfernen wir den Katheter und die Schleuse bzw. legen einen Druckverband im Bereich der Punktionsstelle an. Patienten erhalten bereits während und im Anschluss an den Eingriff blutgerinnungshemmende Medikamente. Nach der Prozedur erfolgt eine Überwachung für einige Stunden mittels EKG-Monitor in unserer Tagesklinik.

Nach Herzkathetereingriffen vom Handgelenk ist körperliche Belastung bereits am Folgetag möglich. Bei Eingriffen aus der Leiste sollte für etwa drei Tage auf das Tragen schwerer Lasten, Treppensteigen etc. verzichtet werden.

Nach Stentimplantation ist die Einnahme zusätzlicher gerinnungshemmender Medikamente für einen ärztlich individuell festgelegten Zeitraum angzeigt.

Die Abbildung zeigt einen Medikament-beschichteten Stent (DES), der werksseitig auf einen Ballon aufgebracht wurde. Die Implantation erfolgt durch Aufblasen des Ballons, wodurch sich der Stent entfaltet. Infolge eines Memory-Effektes (begründet in der Geometrie der Stentstreben) bleibt der Stent entfaltet und hält das Gefäß offen.

Die Abbildung zeigt als Demonstrationsobjekt einen entfalteten Stent.